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Mira Puschelfuß & Lumina Lunaflor * Der kleine Horrorhase * Leseprobe für Weihnachten * Huppsbuh, das Schlosskaninchen

***TELEGRAMM Geliebte-tiere.de Produkte Neuigkeiten * Wichtige Meldung zum Horrorhasen

surprised HORRORALARM surprised Das vorangekündigte Buch "Der Horrorhase" wird wirklich schrecklich verflucht und gewaltig vergeistert sein, wie meine neuesten mit Geisterpfote verfassten Erzählungen ergeben haben. Deshalb werden die Geschichten um Hupps-Buh zum Teil an Mira Puschelfuß übergeben (d.h. wir verfassen das Buch gemeinsam) und erscheinen dann unter dem Namen "Der kleine Horrorhase". Hupps-Buh soll nämlich auf jeden Fall ordentlich herumgeistern, aber sie ist ja eher ein quietschervergnügtes Gespenst wie die Miri. Das Buch "Der kleine  Horrorhase" soll dann auch von Kaninchenmamis und -papis beliebigen Alters gelesen und gehört werden können. Da ich, das Flumilumi alias Lumina Lunaflor, mich an Gespenster- und Geistergeschichten aus den schaurigen Schlössern und Schlossruinen des englischen Königsreiches mit dem Prädikat "most haunted" (= die mit dem größten Geisteraufkommen) orientiere, ist es leider nicht möglich, Plots zu entwickeln, die für harmlose Kaninchenliebende unter ca 14 Jahren mit Sicherheit verträglich sind. 

In ca zwei Wochen wird der große Horrorhase schon ordentlich herangereift sein. Leseproben stellen wir primär auf der Verlagsseite vor, damit sich hier kein Kaninchen fürchterlich erschreckt. surprised

Zitternd,

eure Lumina Lunaflor ENDE DES TELEGRAMMS ****

Nun der ursprüngliche Blog:

*Weil heute der vierte Advent ist, erzählen wir euch die niedlichste Gespenstergeschichte aus unserem Buch "Der kleine Horrorhase" 

Aber dennoch diese Warnung: Eng zusammenrücken, warm einmummeln und ein warmes Rettungslicht in der Hand halten. Sonst schnappt euch das schwarze Kaninchen, das jeden Monat unsere Lunaflor schrumpft, bis sie dünn wie eine Sichel ist, und holt euch zu sich ans Firmament... Nachdem ihr den Zauberspruch gehört oder gelesen habt, könnt ihr es sehen....(Wer einen klaren Kopf behält und den Zauberspruch bis zum Erscheinen des Buches löst, egal ob allein oder mit fremder Hilfe, erhält ein kostenloses Exemplar als Belohnung !*(Tipp: Der Spruch ist lateinisch und verwendet das vermutliche, lateinische Wort für "Ninchen": cunic, Plural cunices) 

MUTABOTLUNAFLOR * VIRESMIRAEGENERUNT * VESTRISCAPITESOPERIUNTUR * MUTAMINIINOCULE! * INNOCEMUNDUSSIDERUMCUNICNIGEREST *TENETENEKOSMOSVOSCAPIAT * ETSCINTILLAEGLACIEIERITIS * INAETERNUMCUNICES

 Huppsbuh, das Schlosskaninchen

Eines Tages lag das hübsche Holländerkaninchen tot im Zimmer. Es war vier Jahre alt geworden und hatte sehr friedlich aber auch sehr langweilig gelebt: Morgens eine Runde durch die 20 Quadratmeter Wohnraum, gründliches Beschnüffeln der Zimmerpflanzen, Toilettengang, drei oder vier Sprünge auf Stühle und Sofas, dann friedliches Ruhen auf dem Teppich in der Raummitte. Irgendwann kam dann jemand mit recht leckerem Grünzeug und sonstigem Futter, peppte die diversen Wohnanlagen des Kaninchens auf und verschwand wieder. Als ganz junges Ding war  Hupps noch auf die Fensterbank gesprungen und hatte ins Freie auf die große Schlosswiese geschaut. Leider hatte sie diese nie betreten. Sie war das Kaninchen von einem Kind, das sie ab und zu freundlich streichelte, aber sie nicht hochheben oder mit auf das eigene Zimmer nehmen durfte, und nach diesen kurzen Streicheleinheiten auch  zu anderen Pflichtbeschäftigungen verschwand. Fast das gesamte Jahr verweilte dieses Kind, dem sie gehörte, wie man sagt, andernorts, wo es zur Schule ging. So hoppelte Hupps ihr Leben lang recht eintönig herum, bis sie irgendwann die Lust daran verlor und begann viel zu schlafen und wenig zu essen, und dann immer mehr und mehr schlief, bis sie schließlich ganz entschlief.

Wie häufig bei Wesen, die in Gespensterkreisen von sich reden machen, begann auch für Hupps ihr eigentlich aufregendes Leben an der Regenbogenbrücke. „Was willst du denn hier?“ , fragte ein ziemlich eingebildetes Kaninchen mit langen, herunterhängenden Ohren. Es bildete sich offenbar ein, wie ein Hund auszusehen. Es knurrte sie an. „Wenn du keinen Passierschein hast, kann ich dich nicht über die Brücke lassen!“, „Öhm, also, ich kenne mich nicht so aus, gebe ich zu, aber ich glaube, man braucht hier keinen Passierschein. Bist du wirklich befugt ?“, fragte Hupps schüchtern. Sie versuchte ein Kaninchen von der anderen Seite auf sich aufmerksam zu machen, aber sie waren dort gerade mit einem weiteren Häschen beschäftigt, das einen Nervenzusammenbruch hatte und in furchtbaren Weinkrämpfen dasaß, dann wieder wild trommelte und herumsprang, mit seinen Hinterbeinen die Brückenpfosten zerklopfte und versuchte, zurückzuspringen.   „Das ist wahrscheinlich eine Verwechslung und ich sollte da drüben sein, nicht die andere Häsin, die dort so herumtobt. Kannst du nicht mal fragen, bitte? Vielleicht hat sie aus Versehen meinen Passierschein. Aber sie will ja überhaupt nicht zu euch“.

„Die meisten Kaninchen wollen nicht. Und hier gibt es keine Irrtümer“. „Du kannst trotzdem fragen“. „Grrr.“ Hupps erschrak und machte einen Satz zurück. Da stimmte etwas nicht. Das war vielleicht nicht einmal ein Kaninchen, sondern wirklich ein Hund, der sich hier eingeschlichen hatte. War etwas mit ihrer Beerdigung schief gelaufen ? Ihr wurde sehr gruselig zumute. Sie entfernte sich ein bisschen…. „Halt, hiergeblieben!“, herrschte das angebliche Kaninchen mit den Schlappohren sie an. „Stehenbleiben!“ Hupps hoppelte weg, wurde schneller, schneller und verschwand im Nebel.

Ihre Sinne verwirrten sich und sie verlor das Bewusstsein, ganz so wie damals, als sie das letzte Mal in ihrem Zimmer eingeschlafen war. Als sie aufwachte, lag sie auf einem grünen Rasen unter einem zuckrig duftenden Heckenrosengebüsch. Sie hob ihre Nase wie magisch angezogen von dem Geruch und ließ ein paar Blätter in ihrem Mäulchen verschwinden. Da hörte sie Stimmen, Kinderstimmen. Sie rückte tiefer ins Gebüsch. Irgendetwas kam ihr bekannt vor, die Bewegungen, die Frisuren… Sahen alle Kinder gleich aus ? Sie hatte so wenig gesehen in den vier Jahren in ihrem Zimmer. Diese sahen aus wie die Kinder, die sie als junges Kaninchen von der Fensterbank aus beobachtet hatte. Da war auch das Kind, das sie ab und zu gestreichelt hatte. Und weit im Hintergrund, am Ende der lang ausgestreckten Spielwiese mit so vielen lustigen Hecken und Büschen,  erkannte sie in vier Meter Höhe ihr Fenster in der dicken Steinwand des imposanten Schlosses. Dann war sie vielleicht überhaupt nicht gestorben ? Was war denn wirklich passiert und was sollte sie jetzt machen ? Die Kinder würden sie ja doch nur einfangen und wieder in das todlangweilige Zimmer sperren. Also alles nochmal, die ganze Ödnis. Nein danke. Hupps setzte sich auf die Hinterbeine und putzte sich die Nase, sehr, sehr gründlich. Beim Naseputzen schielte sie durch ihre Vorderbeinchen auf die Kinder und die Wiese, durch ihre Hecke hindurch. Sie putzte, rieb und schleckte an ihren Pfoten und ihrer Nase herum. Ihre Pfoten fühlten sich ein bisschen kalt an, fiel ihr auf. Und die Nase war irgendwie….nicht da ! Sie rieb und rieb mit der typischen Pfotenbewegung des Naseputzens an ihrer Nase herum, aber weder die Nase noch die Pfoten bildeten einen Widerstand. Wenn sie die Bewegung nicht gefühlt und zudem blind beherrscht hätte, wäre ihre Vorderpfote irgendwohin ausgerutscht. Da war keine Nase, die man abputzen musste. Aber sie fühlte sie. SIe putzte sie, wie sie sie immer geputzt hatte. Und fühlte sie, wie sie sie immer gefühlt hatte. Ihr dämmerte, was diese seltsame Körperwahrnehmung bedeutete, und der Gedanke machte ihr sofort Spaß. „Also das Lebendige geht nur dann, wenn man es gut kennt,“, vermutete sie richtig. „Dann können sie mich nicht einfangen, denn damit haben sie zuwenig Übung! Dann will ich mal lossausen und die Hecken und die Schlosskeller erkunden. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Kaninchen hier“.

„Guck mal, ein Kaninchen!“, riefen sich die Kinder zu, als Hupps aus der Hecke hervorschoss und in das nächste Gebüsch raste. „Es sieht wie Hupps aus“, meinte eines von den Kindern traurig, „Meine arme Hupps“, sagte es wie zu sich. „Gibt es denn wilde Kaninchen, die wie Holländerkaninchen aussehen?“, fragte ein drittes Kind verwirrt. „Ist doch egal“, meinte das Kind, das Hupps entdeckt hatte, aber nicht erkannte, wer sie war. Das Kästchenspringfeld war im Moment interessanter.

Hupps hoppste vom hausnahen Holunder unentdeckt zur Kellertür. Die stand glücklicherweise auch noch offen. „Zur Not kann ich ja vielleicht sogar durch die geschlossene Tür springen“, dachte sich Hupps glücklich. „Wie sagenhaft, endlich überall hin zu kommen, nachdem man sein Leben lang eingesperrt war“. Hupps durchhoppelte den Kellerraum. Es roch nach Sauerkraut. „Igitt“, und – „Hupps, hupps! Du kannst riechen“, sprach sie zu sich. „Nicht, dass du plötzlich wieder richtig lebendig wirst und man dich einfängt“. Hupps hörte die Schritte der Schlosswäscherin. Ein duftender Strohkorb mit frischer Wäsche wurde hereingetragen und  im Bügelraum abgestellt. Hupps krabbelte geräuschlos wie eine Wildkatze hinter eine der vielen Truhen. Die Wäscherin verließ den Raum leider nicht sofort wieder. Nein, sie stellte die Wäsche neben sich auf, breitete eines der großen weißen Laken auf einem langen Tisch aus und zog es in die Mangel. Das konnte dauern. Die Truhen waren überfüllt! Hupps hoppte leise hinter den Maschinen und Körben herum. Plötzlich knurrte etwas. „Hilfe!“, schrie Hupps innerlich, selbstvergessen, und machte einen unkontrollierten Satz mitten in ein aufgehängtes Laken. Das war tatsächlich ein Kater. Und noch viel schlimmer: Die Wäscherin nahm die Bewegung des Lakens wahr. Erkannte sie Hupps? Die Kinder hatten sie ja auch gesehen. Bloß raus hier. Aber vorerst bot nur der gefüllte Wäschekorb unter dem Laken Schutz. „Bonzo, verschwinde hier,“ herrschte die Wäscherin den Kater an, der beleidigt miaute und beunruhigt mit erhobenem Schwanz die Truhen und Körbe umkreiste. Hupps versteckte sich unter den Laken, scharrte und biss in die Kissen, um sich darin einzugraben und bloß wieder unsichtbar zu werden. Die Laken wackelten ordentlich, der Kater versuchte sie zu lüften und die Wäscherin kam heran. Was war denn da los? Hupps kroch in ein aufgeknabbertes Laken und ümhüllte sich damit komplett. Sie spürte und sah es an ihren Beinen und Ohren, wie das duftige weiße Laken sich an ihren Kaninchenkörper anpasste. Also doch! Sie war wieder Gespenst. Eine echte Hupps-Buh! Sie machte schnell noch den Pfotentest: Kein Widerstand! Na dann, Flucht nach vorne! Hupps erhob sich und drängte mit ihrer weißen Gespensternase aus dem großen Stapel weißer Betttücher. Auf ihre zierliche Nase folgten die plüschigen Pausbäckchen, mit ihnen die verhüllten Augen, die durch Knopflöcher hervorblinzelten, die großen Ohren schnellten nach vorne und ließen das Laken auf ihrer Nase lustige Wellen schlagen, ihr ganzer Kaninchenkörper sauste senkrecht nach oben und schleuderte die weiße Pracht umher. Kater Bonzo wimmerte und wich mit eingezogenem Schwanz in eine Raumecke aus, die Wäscherin verrollte die Augen und sackte auf den nächstbesten Stuhl, während Huppsbuh die Situation auskostete und ein gespenstisches Tänzchen auf den Laken ausführte, mit den Hinterbeinchen rhythmisch klopfte und dazu pfiffige, kleine Geräusche machte, indem sie das Laken hin und her schwang und über andere Gegenstände im Raum streifen ließ, bis sie schließlich anfing zu fliegen und Waschmitteldosen, leere Truhen, Eisen und Stühle mit dem wild in der Luft herumschwirrenden Laken  umwarf. So entstand gewaltiger Lärm, unterstützt durch das Schreckens-„Hach!“ und „Hilf!“ der Wäscherin, und schließlich gelang der kleinen Holländerin Hupps, die sich ihr Lebtag so schrecklich langweilen musste, auch noch ein stimmungsvolles „Huppsbuh“, „Huppsbuh“, bei dem sie selbst vor Vergnügen kichern musste. Auch die Kinder hörten den Lärm und kamen herbeigelaufen. Doch Huppsbuh verließ die wimmernde Wäscherin und ihren vollständig verängstigten Kater, entschwand mit schnellen Sprüngen durch die Luft und verwandelte sich in ein kleines, grau-weißes Wölkchen. „Hey du“, ertönte es durch den Himmel, „bist du die kleine Holländerin von vorhin? Dein Passierschein wurde wieder aufgefunden. Du kannst jetzt reinkommen.“ Das klang ganz nach dem Kaninchen mit Schlappohren, das sie so erschreckt hatte. Also doch kein Hund, sondern nur etwas unbegabt für den diplomatischen Dienst. Huppsbuh überlegte, ob sie wirklich so schnell das Herumgeistern wieder aufgeben sollte: „Gibt es bei euch frische Wiese zu essen? Ich habe so Lust auf frisches Grünzeug. Und kann ich über den Rasen laufen? Dann will ich noch ein Bett mit ganz vielen weißen Bettlaken aus Baumwolle, gebügelt und ungebügelt.“ „Ja, das wird sich alles irgendwie machen lassen. Jetzt komm erstmal.“ „Ich will nicht nochmal so ausgebremst werden wie als lebendiges Schlosskaninchen“. „Nein, nein, du bist jetzt im Regenbogenland, da ist es gemütlich und immer viel los. Was meinst du, wie viele Tausend Kaninchen hier sind, die endlich mal etwas erleben wollen.“ „Auch Schlossgespenster?“, „Ja, mit Sicherheit. Wie gesagt, unzählige aller Arten aus allen Zeiten und Welten“. „Na gut“, sagte Huppsbuh, streckte sich aus, ließ sich vom Wind in die Sonne treiben und verschwand im Regenbogen……* (Erzählt von Mira Puschelfuß & Lumina Lunaflor)

Verlag 23.12.2018 0 281
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